
Kronen Zeitung
NACH TITELENTSCHEIDUNG
ORF-Experte Mählich: „Man muss Sinnfrage stellen“
„Berauschend war es nicht“, bringt Roman Mählich die Titelentscheidung in Liga zwei auf den Punkt. Mit nur 54 (!) Punkten fixierte Lustenau am letzten Spieltag den Aufstieg. Vermutlich trauriger Weltrekord. Mählich grinst: „Hab ich auch noch nie gesehen. Die Norm für Platz eins sind 65 Zähler. Wobei die Geschichte mit Stripfing einen fahlen Beigeschmack hinterlässt.“
Ohne die annullierten Partien der Weinviertler wäre ja St. Pölten Meister geworden. „Sicher nicht optimal, wie das abgelaufen ist“, weiß der ORF-Experte. „Ich verstehe den Unmut, weiß aber nicht, ob es eine bessere Lösung gibt.“ Die muss es für den zweiten Stock geben. Zumal jährlich Klubs rauspurzeln, diesmal mit Stripfing und Klagenfurt zwei Absteiger im Winter feststanden. „16 Teams sind einfach zu viel, da muss man die Sinnfrage stellen. Diese Liga ist schwer zu finanzieren, du hast keine lukrativen Einnahmen, teils unattraktive Gegner.“
Dafür enttäuschte Gesichter. „Es ist schwer für Vereine wie die Admira eine Meister-Truppe zusammenzustellen. Der Sportchef muss jedes Jahr aufs Neue mit überschaubaren Mitteln das Beste herausholen.“ Die Vienna, die gestern wie der FAC auf dem Trainersektor reagierte (siehe unten), wollte ebenso hinauf. „Angedacht war ein langfristiger Plan, sie hätten auch die finanziellen Mitteln. Deswegen wundert es mich, dass das ganze Personal ständig ausgewechselt wird.“
Positiv: Mit Wacker Innsbruck steht ein Traditionsklub vor der Rückkehr in die 2. Liga. „Richtig cool! Solche Teams bringen viele Zuschauer ins Stadion, sind ein Gewinn für die Liga.“
„Funktioniert nur dort“
Ein Gewinn für Amstetten war Schützenkönig David Peham (15 Tore). „Er funktioniert offenbar nur im Mostviertel. Peham ist kein echter Sprinter, aber immer da, wenn er gebraucht wird.“ Wie Spielmacher Marc Stendera bei St. Pölten. „Mein Fußballer der Saison. Ein super Kicker, der perfekt ins System von Cem Sekerlioglu passt.“ Der bei Mählich bei der Wahl zum Trainer der Saison aber durch die Finger schaut. „Meister zu werden, ist brutal schwer, deswegen entscheide ich mich trotz aller Nebengeräusche für Lustenaus Coach Markus Mader.“
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